Sonntag, 1. März 2015

*** Back to the Basics oder Hausfrauenkulissen ***

Hallo meine Lieben,



in den letzten Tagen, in denen ich so mit meiner Schrankinhalt-Ausmistaktion beschäftigt bin, habe ich mir öfter mal die Frage gestellt, was so eine Hausfrauenarbeit  eigentlich für einen Wert hat. Beim Schrankausmisten kann man ja so herrlich vor sich hin denken und sinnieren.

Wir bekommen ja immer suggeriert; wir sollen tolle Ehefrauen und Geliebte sein, nach Möglichkeit noch Mutter nicht nur eines Kindes, erfolgreich im Beruf sein, tolle Hausfrauen die nicht nur die Wohnung, die Wäsche, das Essen, sondern auch noch den Garten im Griff haben, kurzum Multitasking-Frauen. Ach ja, und nicht zu vergessen, wir sollen nach Möglichkeit immer faltenfrei und in Größe 38 passen, auch wenn wir schon längst jenseits der 50ig sind. Dann, ja und nur dann, dann sind wir anerkannte und fleißige Frauen und dann gebührt uns Respekt und man(n) ist stolz auf uns :o

Mal ganz ehrlich wo gibt's solche Frauen, außer in den Hochglanzmagazinen? Mir ist echt noch keine begegnet, die das alles schafft. Und wenn es dann doch mal eine gibt, die das so irgendwie hin bekommt, ist das dann überhaupt erstrebenswert? Denn irgendetwas wird doch zwangsläufig auf der Strecke bleiben und wenn es betreffende Frau selbst ist. 

Wollen wir Frauen das wirklich, oder lassen wir uns das nur einreden und uns ein schlechts Gewissen machen, wenn wir das anders sehen? Oder anders gefragt, ist so ein Frauen-Multitaskingleben eigentlich unsere Aufgabe?

Ich habe da eine ganz klare Meinung zu! 

Ich denke nicht, dass das alles unsere Aufgaben sind.
Ich finde das definitiv zu viel für ein Frauenleben.

Ich z.B. erfülle dieses Frauenbild überhaupt nicht und habe es auch früher als junge Frau nicht erfüllt.

Man kann sich seine Lebensumstände nicht immer aussuchen. Oft ergeben sich Lebensumstände einfach, ohne dass man da einen großen Einfluss drauf hat. Nicht alle alleinerziehenden Mütter, wollen das auch sein. Es mag mit Sicherheit die ein oder andere Frau geben, die sich ganz bewusst für diesen Weg entschieden hat, aber die meisten Frauen haben sich diesen Lebensumstand nicht gerade ausgesucht. Sie machen einfach nur das Beste daraus. 

Nicht alle Frauen wollen Haushalt und Beruf miteinander vereinen. Viele müssen das ganz einfach, weil das Geld sonst nicht ausreicht.

Es gibt natürlich auch Frauen, die nicht arbeiten müssen, sondern es schlicht und einfach wollen.

Und dann gibt es da noch die Frauen, die aus welchen Gründen auch immer nicht arbeiten können, weil sie z.B. die Kinder großziehen, weil sie nicht gesund sind oder weil sie ganz einfach keine Arbeit finden oder schon Rentnerinnen sind.

Diese Frauen sind aber deshalb nicht weniger wert, als eine berufstätige Frau. 

Eine "nur" Hausfrau, egal aus welchen Gründen, neudeutsch "Familienmanagerin", hat jeden Tag eine unendlich lange Liste abzuarbeiten. Das fängt an mit der Kinderbetreuung, der Kocharbeit und hört auf mit der Arbeit einer Putzfrau. Das Feld welches sich dazwischen befindet ist riesig und wie ich finde auch sehr abwechslungsreich.

Ich bin der Meinung, wir müssen uns viel mehr bewusst werden, was so eine Hausfrau alles stemmt. Und das hinter den Kulissen, meist unbemerkt von der Familie. Und da können wir zurecht stolz auf uns sein.

Wir Hausfrauen sorgen dafür, dass der Familienalltag geregelt abläuft und morgens alle pünktlich aus den Federn kommen, in der Regel sorgen wir für das Frühstück, wir sorgen dafür, dass immer frische und gebügelte Wäsche vorhanden ist, wir sorgen dafür, dass das Essen pünktlich auf dem Tisch steht, ganz zu schweigen vom anschließenden Tisch abräumen und Spülmaschine aus- und einräumen, wir putzen die Wohnung und häufig auch das Auto, sorgen im Garten für Ordnung, überweisen die Rechnungen und behalten das Konto im Auge, gehen einkaufen, fahren mit den Kindern zum Arzt und wenn ein Familienmitglied krank ist, sind wir die besten Ärzte und Krankenschwestern die es gibt, einige von uns versorgen noch Oma und Opa und wenn es sein muss werden sie auch liebevoll bis zum Schluss gepflegt...

Seht es mir nach, wenn ich etwas vergessen habe zu erwähnen. 

Und was bekommen wir dafür? Naja, die wenigsten werden Geld dafür bekommen und wenn wir Pech haben kriegen wir auch kein Lob für unsere Arbeit, statt dessen hören wir, wo sind meine Socken, warum ist die Jeans noch nicht gewaschen, ich mag das Essen nicht, kannst Du mich dahin und dorthin fahren, ich will mir das kaufen, kannst Du mir Geld dafür geben? Usw. usf.

Und was machen wir Hausfrauen?

Wir lieben unseren Job und diejenigen für die wir das alles machen. Kein Weg ist uns zu weit, kein Problemberg zu hoch, wir haben meist Lösungen parat. Wir trösten und freuen uns mit unseren Lieben. Wir bauen sie seelisch auf und wir pflegen sie gesund wenn sie krank sind. Wir lehren unseren Kindern das Leben und begleiten sie Anfangs noch. Wir geben sie dann aber auch frei und lassen sie laufen. Wir unterstützen unsere Männer und halten ihnen den Rücken frei und wenn sie dann Karriere machen, kann man davon ausgehen, dass immer eine starke Frau dahinter steckt.

Deshalb ist Hausfrau sein, der schönste und beste Beruf den es gibt!

Wir fordern auch nicht viel, denn in der Regel streiken wir auch nicht. Wir sind zufrieden wenn wir ab und zu mal ein Lächeln, ein aufmunterndes Wort, ein kleines Lob erhalten. Dann ist unsere  Hausfrauenwelt in Ordnung und wir fühlen uns kein bisschen weniger wert, als diese tollen Multitasking-Frauen. Denn wir wissen ganz genau was wir tagtäglich hinter den Hausfrauenkulissen leisten.

Zum Glück ist mein Schätzelken da aus anderem Holz. Er lässt mir ganz viel Freiheiten und ich darf in meinem Hausfrauenleben vieles ausprobieren und wenn ich eine Idee habe, bekomme ich jede Menge Unterstützung, aber wenn erforderlich auch Korrektur. Ich werde gelobt und ermutigt auch mal neue Wege zu gehen. Das gibt mir Kraft und deshalb bin ich gerne Hausfrau. 
Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen unser Leben zu vereinfachen, so viel wie möglich selbst zu machen und so wenig wie möglich zu kaufen. Also einfach mal versuchen sparsamer zu leben. Das ist eine Herausforderung für mich/uns. Im Kleinen haben wir damit schon vor zwei Jahren angefangen. Unsere ersten Einsparversuche haben wir beim Wasser und Strom gestartet. Wie das gelaufen ist berichte ich demnächst hier. Wir waren über das Ergebnis mehr als überrascht.  

 In diesem Sinne wünsche ich Euch jetzt einen ganz tollen Wochenstart und überreiche Euch ein kleines Blümchen. Den Hausfrauen genauso wie den Multitasking-Frauen :)



Eure Gudrun :)

Kommentare:

  1. Liebe Gudrun,
    du hast die Männer aber total vergessen. Sie leisten doch auch einiges.
    Mit dem Sparen hast du recht. Ich war erstaunt, was da so an Geld jeden Monat einfach so verschwindet. Deshalb habe ich mir eine Excel Tabelle gemacht und habe meine Ausgaben im Montag mal aufgeschrieben und verbrauche tatsächlich nur das, was ich mir da notiert habe.
    ... und ich schreibe jeden Cent auf, den ich ausgebe, ist Mühe, aber es lohnt sich und ich war erstaunt, was ich tatsächlich im Febrauar - hier habe ich angefangen - zusätzlich übrig hatte.
    GEIZ ist Geil ! Nein, natürlich nicht aber es macht Spass zu schauen, wo
    etwas tatsächlich günstig ist usw. und es klappt.
    Also weiter so!


    Lieben Gruß Eva

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  2. sollte lauten "meine Ausgaben im Monat....."

    ;-)))

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  3. Danke liebe Gudrun für deine Lob Parade an uns Hausfrauen!
    Mit Leib und Seile bin ich seit 25 Jahren Hausfrau mit Leidenschaft!
    Ein toller guter Start in den Monat März wünscht dir Bea

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  4. Liebe Gudrun, dies mußte mal gesagt werden!
    Ich glaube, dass viele Frauen mehr zu Hause bei den Kindern bleiben würden, wenn es finanziell klappen würde und ihnen nicht suggeriert würde, dass sie dann weniger Wert wären. Es ist nun mal der wichtigste Beruf der Welt und wir wären schon längst ausgestorben, wenn niemand dafür Interesse hätte.
    Auch wenn ich fast immer arbeiten gegangen bin habe ich die Zeiten genossen, als ich mich auf das Mutter - und Hausfrauendasein beschränken konnte. Es bleibt trotzdem noch Zeit sich mit Dingen zu beschäftigen, die einen weiter bringen und Hobbys zu pflegen. Liebe Grüße Bettina

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  5. Hallo Gudrun,
    ich finde es richtig gut,was du da geschrieben hast.Wozu solltest du die Männer erwähnen,es ging um uns.Ich bin genau deiner Meinung.Ich bin auch seit 25 Jahren Hausfrau und ich fühlte mich auch oft minderwertig gegenüber den Frauen,die auch noch arbeiten gingen.In zwischen sehe ich es anderes und bin stolz darauf,eine Frau zu sein,ohne Modelmaße,Mutter,Krankenschwester,Lehrerin,Seelsorgerin,Ehefrau und usw.
    In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten Start in die Woche.
    Liebe Grüße Pippi

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  6. Liebe Gudrun,
    danke für die Blumen!
    Hab eine wundervolle Zeit
    Elisabeth

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  7. Liebe Gudrun,
    mir gefällt, dass Du heikle Themen ansprichst.
    Ich erlebe das auch immer wieder, dass man als nichtberufstätige Frau geringschätzig beachtet wird. Heute erleben wir eine Welt, die von Konsum, wenig Hilfsbereitschaft, manchmal auch wenig Empathie geprägt ist. Die Gesellschaft übt Druck aus, als Frau hat man, wie Du auch schreibst, schön und begehrenswert, Klug und erfolgreich zu sein. Mütter passen in dieses Schema nur rein, wenn sie eine optimale Kinderbetreuung haben. Die "Herdprämie" von 100 Euro seitens der Politik war sicherlich der falsche Weg, um Mütter zu stärken. Ich bin der unbedingten Meinung, Dass die jungen Mütter die FREIHEIT der Wahl haben müssen, defacto ist es aber so, dass sie möglichst schnell wieder in den Beruf müssen, weil der Job sonst weg ist. Das geht durch alle Schichten.
    Die Freiheit, ein kleines Kind, vielleicht nur ein halbes Jahr alt, in eine Tageskinderstätte zu geben um dafür dann das Geld zu verdienen ( auch für diesen Platz- denn z. B. in NRW sind die Plätze teuer)oder mal mindestens drei Jahre beim Kind zu bleiben haben Mütter eben nicht. Falsche Politik.
    Dass wir alle zuviel Geld für sinnlose Dinge ausgeben, ist ja klar. Konsumgesellschaft- wir gehören alle dazu. In Puncto Kleidung gebe ich - leider- auch immer noch zuviel aus. Wobei ich durchaus sparen kann! Es müssen nicht die Markenschuhe sein, der reduzierte Edelblazer und die Frisur für 120 Euronen bei mir. Auch keine Luxuskosmetik. Seit längerer Zeit bin ich - fast - komplett auf Naturkosmetik umgestiegen, da gibt es so tolle Artikel, preiswert.
    Ich haben ein Haus mit 130 qm Fläche, die müssen geheizt werden, drei bis vier Leute duschen ... Wäsche waschen, alles ist teuer. Und da werfe ich gewiss nicht mein Geld zum Fenster raus, indem ich mir monatlich Schuhe für z. B. 120 Euro oder eine Hose für 90 Euro, bloß weil es Marke ist. Wer das machen will... bitte sehr, jeder muss sich sein Geld ja so einteilen, wie es passt. Ich dagegen muss in Hus und Hof investieren, in einen neuen Rasenmäher oder in diverse Gartengeräte wie in eine neue Heckenschere. Das ist mir dann auch wichtiger als die neue Tasche oder sonst was. Ich habe doch alles und einen Liebsten der mich so mag, wie ich bin. Spaß macht es mir, für etwas zu sparen, das kann ein neues Objektiv sein oder ein Wochenendausflug zu Freunden.
    In unserer Konsumgesellschaft haben wir das Sparen etwas aus den Augen verloren, weil wir alles immer sofort haben wollen. Ich befreie mich gerade auch davon. Bei Kleidung achte ich darauf, dass sie modisch UND gepflegt sind, aber Marke brauche ich nicht (mehr) so oft. Eine Freundin, mit der ich hin und wieder wandere, hat sich neulich reduzierte Trekkingschuhe einer sehr bekannten Outdoor-Firma gekauft, mit der berühmten gelben Hundekralle. Dieses Zeichen prangte auch vorne am Schuh- kurzerhand hat sie es mit einem Edding geschwärzt. Das fand ich richtig gut.
    Aber ich bin abgeschweift. Zurück zu den Müttern und den Hausfrauen.
    Ach, bin ich froh, dass ich so lange zuhause geblieben bin, erst als das jüngere Kind, meine Tochter 14Jahre alt war, bin ich wieder etwas berufstätig gewesen. Das war vor 10 Jahren. Im letzten Jahr habe ich meine Arbeit aufgegeben, weil meine Mutter (Pflegefall) mich sehr beanspruchte. Jetzt habe ich wieder mehr freie Zeit, aber mit 5o+ ist es schwer, eine geeignete Arbeit zu finden und Regale im Supermarkt mag ich auch nicht unbedingt einräumen.
    Daher nutze ich meine Zeit um z. B. selber Brot zu backen, bodenständig zu kochen und bald geht ja auch der Garten wieder los.
    Als "Roten Faden" habe ich mir mehr Minimalismus und Sparen ab diesem Jahr als Leitlinie vorgenommen. Wasser sparen gehört auch dazu.
    Liebe Grüße
    von Marita,

    die Deine Artikel immer mit sehr großem Interesse liest!

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:) Danke für Eure Kommentare und habt noch einen schönen Tag :)